Der Rückbau der Postüberbauung schreitet sichtbar voran — die Plattform dürfte in absehbarer Zeit vollständig verschwinden. Für die FDP-Fraktion ist das nicht nur das Ende eines städtebaulichen Provisoriums, sondern auch der Moment, in dem über die Zukunft eines lange vernachlässigten Stadtbereichs entschieden wird. Stadtrat Prof. Georg Steiner brachte das Thema in der Plenarsitzung des Stadtrats mit einer Anfrage an OB-Andreas Rother zur Sprache.
Im Mittelpunkt seiner Frage standen die Chancen für die Grünaustraße: Gibt es Gespräche zwischen der Stadt und Post bzw. DHL mit dem Ziel, dort eine Plattform oder Galerie zu erhalten — als Parkfläche und zugleich als Ort, der die Grünaustraße aufwertet? Steiner verwies auf das Potenzial einer solchen Fläche für Kultur, für einen Markt oder als Treffpunkt: „Die Grünaustraße ist ein neuralgischer Punkt in unserer Stadt. Wo heute Rückbau stattfindet, könnte morgen ein Ort der Begegnung entstehen. Solche Gelegenheiten ergeben sich nicht oft — umso wichtiger ist es, jetzt mitzudenken und nicht erst, wenn alles geschreddert ist“, so Steiner.
Oberbürgermeister Rother erklärte auf die Anfrage, die Stadt stehe in konstantem Kontakt mit den Beteiligten. Bislang habe sich allerdings gezeigt, dass ein Erhalt der vorhandenen baulichen Substanz nicht möglich sei.
Die FDP-Fraktion nimmt diese Antwort zur Kenntnis, will am Thema aber dranbleiben. „Dass die bestehende Substanz nicht zu halten ist, heißt nicht, dass die Chance verloren ist“, so Steiner. „Die entscheidende Frage ist doch: Was wird aus dieser Fläche? Kann nicht doch eine „Galerie“ bis zur ersten Reihe der massiven Säulen geschaffen werden, die bislang das Tragwerk halten? Die Grünaustraße verdient mehr als eine Lücke.
Die Fraktion kündigte an, Vorschläge für eine attraktive, mehrfach nutzbare Gestaltung des Bereichs einzubringen.
Hier rächt sich, so FDP-Fraktionsvorsitzender Prof. Dr. Holm Putzke, dass man für das gesamte Areal von der Neuen Mitte bis zum Peschl-Areal nicht längst einen städtebaulichen Wettbewerb gemacht hat. So reiht sich in investorengetriebenes Stückwerk an Stückwerk. Die Stadtplanung hat sich aus diesem Areal verabschiedet. Die Stadt lässt Chance für Chance unambitioniert verstreichen, so Stadtrat Sebastian Frankenberger.
Unser Bild zeigt Stadtrat Georg Steiner, der wehmütig die Abrissarbeiten an der Grünau verfolgt.

