Lieber Holm, lieber Georg, lieber Sebastian,
in eurem Wahlprogramm habt ihr völlig zu Recht gefordert: "Wir verbinden Tradition mit Innovation, moderne Arbeitswelten mit lebendigen Quartieren, digitale Chancen mit persönlicher Nähe. Klar in den Zielen, pragmatisch in der Umsetzung". Zudem habt ihr die fehlende Umsetzung der "Smart City" kritisiert und eine faire finanzielle Beteiligung der touristischen Gäste an der städtischen Infrastruktur gefordert.
Es ist an der Zeit, diese rhetorischen Forderungen in harte, parlamentarische Fakten zu übersetzen und die Verwaltung aus ihrer Komfortzone zu zwingen.
Als Beobachter der städtischen Ausschüsse stelle ich fest: Das Baureferat blockiert Verkehrslösungen in der Altstadt reflexartig mit dem Verweis auf § 45 StVO (qualifizierte Gefahrenlage) und fehlende Ausweichflächen. Um diese "Architektur der Ausreden" zu durchbrechen, übergebe ich euch hiermit einen fertig ausgearbeiteten, juristisch geprüften Fraktionsantrag für ein 3-Säulen-Mobilitätskonzept (Digitale Vorwarnstufe, Terminal Racklau, E-Shuttle).
Dieser Antrag ist bewusst als Prüfauftrag formuliert. Er kostet in dieser Phase kein Steuergeld, zwingt Oberbürgermeister Rother und die Verwaltung jedoch, öffentlich Farbe zu bekennen:
1. Zur Digitalisierung: Wer eine rein digitale Info-Schleuse vor der Altstadt ablehnt, beerdigt den "Smart City"-Gedanken vorsätzlich.
2. Zur Planungshoheit: Die Racklau muss endlich vom abstrakten Wahlkampfthema zum konkreten Planungsobjekt (Mobilitäts-Hub) werden.
3. Zum Haushalt: Die Finanzierung der E-Shuttles über eine Anhebung der Schiffsanlegegebühren (Art. 8 BayKAG) entlastet den städtischen Haushalt und setzt das Verursacherprinzip konsequent um.
Ich reiche euch dieses Konzept ein, da ihr als Fraktion den direkten parlamentarischen Hebel besitzt, dieses drängende Thema auf die Tagesordnung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Verkehr zu setzen.
Ich werde die Behandlung dieses Konzepts in den Gremien minutiös für meine laufenden Buchprojekte ("Urbane Dynamik: Passau im Wandel") dokumentieren. Die Passauer Bürgerschaft hat ein Recht darauf zu erfahren, welche Fraktionen pragmatische Lösungen vorantreiben und wer weiterhin den Status quo verwaltet.
Ich freue mich auf eure zeitnahe Rückmeldung, wann ihr diesen Antrag formell einreichen werdet.
Beste Grüße,
Mario Lee
Beobachter aus dem Stadtrat & Autor
