FDP fordert Verlängerung der Buslinie K2 bis zum Kloster Hamberg

Status
Antragsteller
FDP-Fraktion
Kategorie
Antrag
Gremium
Aufsichtsrat Stadtwerke
Themenbereich
Mobilität, Verkehr, Umland
An Verwaltung übermittelt:
15. Juli 2026
Antwort von Verwaltung erhalten:
21. Juli 2026
Beratung im Ausschuss
Beratung im Plenum

Die FDP-Fraktion im Passauer Stadtrat setzt sich für eine Verlängerung der
Buslinie K2 bis zum Kloster Hamberg ein. Bislang endet die Anbindung rund 400 Meter vor dem dortigen Studentenwohnheim. Diese Lücke soll geschlossen werden, damit die Bewohner eine verlässliche Busverbindung zur Universität erhalten.
Bei einem Vor-Ort-Termin übergaben Studenten dem FDP-Fraktionsvorsitzenden Holm Putzke eine Unterschriftenliste. Insgesamt 110 Bewohner des Studentenwohnheims unterstützen die Forderung nach einer Verlängerung der Linie K2.
„Die rund 400 Meter sind verkehrspolitisch keine Kleinigkeit. Sie entscheiden darüber, ob das Studentenwohnheim sinnvoll an den öffentlichen Nahverkehr angebunden ist oder ob viele Studierende am Ende doch zum Auto greifen“, erklärt Putzke. Die hohe Zahl der Unterschriften zeige, dass es sich nicht um den Wunsch Einzelner, sondern um ein konkretes Mobilitätsproblem vieler Bewohner handele.
Zusätzliche Bedeutung erhält das Anliegen durch die bevorstehende Sanierung des Fünferlstegs. Der Steg soll für mehrere Jahre gesperrt werden. Damit fällt für die Studenten eine wichtige Verbindung in Richtung Universität weg. Aus Sicht der FDP-Fraktion muss deshalb rechtzeitig eine belastbare Alternative geschaffen werden.
„Wenn der Fünferlsteg für mehrere Jahre gesperrt wird, dürfen wir nicht einfach abwarten und darauf hoffen, dass sich die Menschen irgendwie arrangieren. Wer auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen ist, braucht eine funktionierende Verbindung – und zwar vom Wohnheim aus und nicht erst nach einem zusätzlichen Fußweg“, so Putzke.
Ohne eine bessere Busanbindung sei zu befürchten, dass mehr Studenten auf das Auto umsteigen. Die Folgen würden nicht nur das Umfeld des Studentenwohnheims betreffen. Zusätzlicher Verkehr würde insbesondere die Innstadt, die Marienbrücke und die Innstraße belasten.
„Jedes zusätzliche Auto muss durch ohnehin stark beanspruchte Bereiche unserer Stadt. Wer die Innstadt, die Marienbrücke und die Innstraße entlasten will, muss den Studierenden eine echte Alternative zum Auto anbieten. Die Verlängerung der K2 bis zum Kloster Hamberg wäre dafür eine konkrete und zielgerichtete Maßnahme“, betont der FDP-Frak-
tionsvorsitzende.
Putzke, der zugleich Mitglied des Aufsichtsrats der Stadtwerke Passau ist, sagte den Studierenden zu, das Anliegen mit den Geschäftsführern der Stadtwerke zu besprechen und um eine rasche Lösung zu bitten.
„110 Unterschriften aus einem einzigen Studentenwohnheim sind ein klares Signal. Ich unterstütze die Forderung und werde sie mit Nachdruck bei den Stadtwerken ansprechen. Jetzt müssen die betrieblichen Voraussetzungen zügig geprüft werden. Das Ziel muss sein, die verbesserte Anbindung rechtzeitig vor der Sperrung des Fünferlstegs auf den Weg zu bringen“, erklärt Putzke abschließend.

Wir haben damit gestartet den Vorschlag zu prüfen – bitte um etwas Geduld bis eine finale Klärung durch uns erfolgt ist.

Außerdem habe ich den Vorschlag am Montag an ioki weitergegeben. Diese prüfen eine Integration in die Szenariobetrachtungen / Gesamtkonzept.

 

Erste Einschätzung von Herrn Frnka (Leiter VBP) sowie Herrn Sonndorfer (Verkehrsmeister):

Zu deiner Orientierung habe ich bereits die geplante Linienführung in einer Karte eingezeichnet. Rotstellt die Hinfahrt, Schwarz die Rückfahrt, rote Punkte gewünschte Verlängerung der Linie K2 dar.

Aufgrund der sehr engen Straßenverhältnisse im Bereich Alt Stadt  kann dort leider kein größerer Bus eingesetzt werden. Die Bedienung wäre daher nur mit einem kleineren Fahrzeug möglich.

 

Die größte Herausforderung dürfte allerdings nicht der Betrieb selbst sein, sondern diegrenzüberschreitende Linienverkehrsgenehmigung, da für die rund 300 Meter lange Streckenverlängerung auf österreichischem Staatsgebiet auch die österreichischen Behörden in das Genehmigungsverfahren einzubeziehen sind.

Ich schlage daher vor, bereits vor Einleitung des formellen Genehmigungsverfahrens mit der zuständigen Fachabteilung des österreichischen Bundesministeriums Kontakt aufzunehmen. In einem kurzen Abstimmungsgespräch oder im Rahmen einer Voranfrage könnte der Sachverhalt erläutert und frühzeitig geklärt werden, wie die geplante Verlängerung eingeordnet wird und welche Unterlagen für das Genehmigungsverfahren erforderlich sind.

Dabei würde insbesondere auf folgende Punkte hingewiesen werden:

  • Erschließung des Studentenwohnheims Kloster Hamberg,
  • Verbesserung der Anbindung an die Universität Passau,
  • keine wirtschaftliche Konkurrenz zu bestehenden österreichischen Buslinien,
  • Verlängerung der bestehenden Stadtbuslinie um lediglich ca. 300 Meter,
  • nachgewiesenes Verkehrsbedürfnis durch die vorliegende Unterschriftenliste der Studierenden.

 

Nach meiner Einschätzung kann eine solche Vorabstimmung das spätere Genehmigungsverfahren deutlich erleichtern und Rückfragen oder Nachforderungen vermeiden.

Darüber hinaus wäre aus meiner Sicht zu prüfen, ob eine Anpassung der Linienführung sinnvoll wäre, um trotz der Streckenverlängerung keinen zusätzlichen Zeitverlust zu erzeugen. Der derzeitige Fahrplan der Linie K2 ist bereits sehr knapp kalkuliert. Eine Verlängerung der Strecke um rund 300 Meter einschließlich der erforderlichen Wendemöglichkeit auf österreichischem Staatsgebiet dürfte die Einhaltung der heutigen Fahrzeiten kaum noch ermöglichen. Deshalb sollte geprüft werden, ob durch eine optimierte Linienführung oder andere betriebliche Anpassungen die zusätzliche Fahrzeit kompensiert werden kann, ohne die Fahrplanstabilität oder bestehende Anschlüsse zu beeinträchtigen.

Aus verkehrlicher Sicht halte ich das Vorhaben für sehr sinnvoll, falls die Linie von Studierende wirklich benutzt wird. Momentan wird die Linie K2 von den Studierenden nur vereinzelt genutzt. Dies dürfte jedoch vor allem darauf zurückzuführen sein, dass das Studentenwohnheim derzeit nicht direkt angebunden ist oder den Fahrplan entspricht nicht den Bedarf. Es ist durchaus vorstellbar, dass sich die Nachfrage bei einer direkten Anbindung bzw. einer Optimierung der Linienführung und Fahrplan deutlich erhöht.

Im weiteren Verlauf sollte allerdings auch die wirtschaftliche Seite betrachtet werden. Durch die Streckenverlängerung sowie gegebenenfalls notwendige Fahrplananpassungen können zusätzliche Betriebskosten entstehen. Daher wäre zu klären, ob diese Mehrkosten von den Stadtwerken getragen werden sollen oder ob seitens der Stadt Passau eine entsprechende Finanzierung bzw. ein Ausgleich vorgesehen ist.

Der zusätzliche betriebliche Aufwand ist vergleichsweise gering, während der Nutzen für die Studierenden sowie weitere Fahrgäste erheblich sein dürfte. Die direkte Anbindung des Studentenwohnheims an das Passauer Stadtbusnetz würde den grenzüberschreitenden öffentlichen Nahverkehr stärken und eine attraktive Alternative zum Individualverkehr schaffen.

Frau Dr. Pagany hat im telefonischen Gespräch außerdem angedeutet, dass dieses Thema insbesondere im Zusammenhang mit der geplanten Sperrung des Fünferlstegs auch auf politischer Ebene von Interesse ist (OB). Während der Sperrung würde sich der Fußweg vom Studentenwohnheim nach Passau um rund 1,5 kmverlängern. Eine direkte Anbindung durch die Linie K2 könnte diesen Nachteil für die Studierenden deutlich abmildern.

 

Freundliche Grüße

Matthias Wolf
Geschäftsführer Kfm. Leitung

Abonnieren
Benachrichtigen bei
guest
0 Kommentare